Buchkritik „Rassenwahn“

Ein Bekannter zeigte kürzlich seinen Freunden mittels Facebook seine aktuelle Buchneuerwerbung. Die Anzahl der der Nachfragen inspirierten mich,  doch mal aufzuschreiben, welches Buch ich gerade durchgelesen habe.

Und jetzt kommt der auch noch als Buchkritiker daher….

Wer dies so denkt, sollte  überlegen ob er noch weiter lesen soll.

Wer allerdings, wie ich, z.B. Geschichten von Simon Beckett mag oder wem Jan Fabel Geschichten von Craig Russel gefallen, könnte auch dieses Buch gefallen.

Wie so oft wurde ich durch ein Titelbild eines Buches dazu verführt es zu kaufen.

Und so nahm ich ohne viel zu überlegen das Buch „Schattenmächte“ von Jörg Gustmann mit in den Urlaub. Es war so faszinierend, dass ich mir gleich danach sein Erstlingswerk „Rassenwahn“ kaufte und eifrig zu lesen begann.

Und genau über dieses Buch möchte ich hier berichten.

Wieder mal gibt es einen ganz besonderen Kommissar mit seiner ganz eigenen Geschichte. Nach einem Burnout steigt Kommissar Martin Pohlmann aus. Erlitt dabei aber Schiffbruch und kam schließlich zu seiner alten Dienststelle bei der Hamburger Kripo zurück. Eigentlich soll der Kommissar ein Held der Hamburger Polizei sein, dies zu beweisen fällt dem Autor mit seiner Beschreibung aber eher schwer. Ist doch alles was er anfasst als amateurhaft zu bezeichnen.

Der Polizist lebt von seinem Ruf und ist aufgrund seiner Erfolge mit der Aufklärung einer Mordserie beauftragt. Es gilt eine Reihe Morde an Personen aufzuklären, die als Gemeinsamkeit vor 70 Jahren in sogenannten Lebensborn Heimen zur Welt kamen.  Nachdem fünf Menschen ermordet wurden, nimmt Pohlmann seine Ermittlungen in einem Krankenhaus für psychisch kranke Menschen auf. Hierbei gerät er immer weiter in die Machenschaften von Naziverbrechern, die offensichtlich hoch angesehen in der feinen Gesellschaft weiterhin Verbrechen verüben.

Liebenswürdige, aber wegen der Misshandlungen im Kindesalter psychisch gestörte Menschen liefern wichtige Hinweise zum Lösen der Mordserie. Dabei sind sie selber stark gefährdet und erschweren, wenn auch unbeabsichtigt, die Polizeiarbeit.

Aber auch aus der eigenen Reihe spürt Pohlmann Widerstand, welcher starken Einfluss auf seine Ermittlungen hat.

Die Charaktere der verschiedenen Figuren sind sehr gut herausgearbeitet und die Geschichte ist fesselnd und spannend geschrieben. Auch wenn Kommissar Pohlmann sehr oft mit der Situation, den Schutzbefohlenen und seinem eigenen Leben überfordert scheint, beisst er sich durch und gibt nicht auf.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Neben sehr gut recherchierten historischen Fakten, sind auch die Örtlichkeiten perfekt und plausibel gewählt.

Insgesamt ist das Buch Rassenwahn sehr spannend. Es fiel mir oft schwer es aus der Hand zu legen, zu fesselnd waren die aktuellen Entwicklungen. Zum Schluss habe ich bedauert, dass es leider schon zu Ende war.

Wem Krimis mit Elementen eines Thrillers gefallen, sei dies Buch wärmstens empfohlen.

Rassenwahn von Jörg S. Gustmann

Gmeiner Verlag – 12,80 Euro

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Ein Gedanke zu “Buchkritik „Rassenwahn“

  1. Mir ist es mit seinen Büchern auch so gegangen…Hab meine Rezis dazu auf thalia.de ,buch.de und Leseleidenschaft gepostet…Er ist ein begnadeter Schreiber und Beobachter…

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